Sehgenuss unter Bäumen – Waldbaden als Sehkraftquelle – Teil 1

Praktisches - Übungen und Ernährung

Im Wald die Sinne schärfen – und den Augen Gutes tun

Ein Wald ist viel mehr als Holz, Moos und Rinde – er ist ein hochvernetzter, lebendiger Organismus, der Körper und Seele umarmt. In den letzten Jahren erobert das Waldbaden, inspiriert von der japanischen Tradition des „Shinrin Yoku“, auch unsere Breitengrade. Was viele nicht wissen: Der Aufenthalt im Wald bietet nicht nur Entspannung – er ist auch ein einzigartiger Jungbrunnen für unsere Augen!

Das Sehen im Wandel – und die stille Zunahme der Kurzsichtigkeit

Unsere Augen sind evolutionär auf Abwechslung, auf Sehen in der Nähe und in die Ferne, auf Farbenvielfalt und wechselnde Lichtreize programmiert. In der heutigen Zeit verbringen jedoch immer mehr Menschen – und vor allem Kinder und Jugendliche – den Großteil des Tages drinnen und blicken oft stundenlang auf Bildschirme oder Bücher.

Die Folge: Kurzsichtigkeit (Myopie) nimmt weltweit deutlich zu. Neuere Forschungsergebnisse legen nahe, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen zu wenig Aufenthalt im Freien und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Kurzsichtigkeit gibt.

Jedes zusätzliche Tageslicht schenkt den Augen dringend benötigte Erholung und wirkt wie ein natürlicher Schutzfaktor gegen die Entwicklung und das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit.

Waldbaden: Die Natur als Prophylaxe und Frischekur für die Augen

Waldbaden bedeutet, bewusst in die grüne Welt einzutauchen – mit allen Sinnen, vor allem aber mit den Augen. Die satten Grüntöne, das warme Braun von Erde und Stämmen, das Lichtspiel zwischen den Bäumen: All das fordert und fördert das Wechselspiel von Nah- und Fernsicht.

Besonders für Kinder und Jugendliche empfehlen Expertinnen, so oft wie möglich (idealerweise täglich mindestens 1 – 2 Stunden) draußen aktiv zu sein – das natürliche Sonnenlicht senkt nachweislich das Risiko, an Kurzsichtigkeit zu erkranken oder ein Fortschreiten zu begünstigen. Augenärztinnen und Fachgesellschaften rufen daher zur „mehr Natur fürs Auge“ im Alltag auf!

Weiter geht es im Teil 2 mit den passenden Übungen.

 

Autor/in: Annett Panterodt

Der Artikel gibt die Meinung der Verfasserin oder des Verfassers wieder. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose.

In die Ferne schauen
In die Ferne schauen
Foto: Kathleen Gleisberg
Schlagwörter: Waldbaden

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