Dieser Selbsthilferatgeber richtet sich an Personen mit Sehproblemen aus dem Bereich des Schielens sowie der Kurz- und Weitsichtigkeit. Er soll diesen helfen, die Kontrolle über die eigene Augenmuskulatur zu erreichen. Der Autor, der zugleich selbst ein Betroffener ist, zeigt verschiedene Wege und Übungen für das entspannte und klare Sehen. Dazu wählt der Autor zunächst den Weg über die Beschreibung der Funktionsweise des Sehens an sich.
Danach werden die drei Varianten des Schielens dargelegt. Dies ist sowohl für Betroffene als auch für Nichtmediziner und Laien auf diesem Gebiet recht hilfreich. Er zeigt Übungen zum Selbsterleben des eigenen Sehvermögens und erklärt damit anschaulich, wie das Schielen „funktioniert“.
Der Autor erklärt ausführlich die Wirkungen des sogenannten „weichen Blicks“ und des Fusionierens für diese Form der Fehlsichtigkeit. Für die Verbesserung bei Kurz- oder Weitsichtigkeit empfiehlt er Übungen mit Farbkreisen und die Knotenschnur. Schließlich widmet er ein Kapitel den Übungen für/mit Kinder/n. Quasi als Anhang ist eine kleine Sammlung mit den weithin bekannten Übungen zur Entspannung und Klärung des Sehens in den Ablauf des Buches eingebaut. Der Autor weist zudem auf die seelischen Aspekte des Sehens mit den jeweils unterschiedlichen Sehweisen – Schielen, Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit – hin. Er deutet nicht, sondern fordert den Übenden auf, zwischen und während der verschiedenen Übungen innezuhalten und wahrzunehmen, was sich im Inneren während der Sichtveränderungen tut.
Die Beschreibungen sind freundlich und ausführlich, der Leser fühlt sich angenommen mit seiner individuellen Schwierigkeit des Sehens und den bei den Übungen entstehenden Herausforderungen.
Schade ist allerdings, dass das Büchlein für Fehlsichtige beim Lesen eine Herausforderung darstellt, da die Schrift recht klein ist. Die anschaulichen Abbildungen wirken wie eine angenehme Lesepause. Alles in allem stellt dieses Buch sowohl für Sehtrainer als auch für Betroffene einen nützlichen Ratgeber dar.
Die Buchbesprechung ist ein Auszug aus der Ausgabe AugenBlick Nr. 22 .