Holger ist blind und kann nur noch hell und dunkel unterscheiden. Er lebt alleine und immer wieder entstehen Situationen, in denen er „mal eben kurz“ Hilfe benötigt. Kleine Dinge des Alltags, für die es sich nicht lohnen würde die Anfahrt und Hilfe einer bezahlten Assistenz zu beanspruchen.
Für solche Fälle gibt es die mobile App „Be My Eyes“, die Blinden oder Sehbehinderten schnell und unkompliziert helfen soll.
29. Internationaler Kongress für Ganzheitliches Sehen – Valencia 2025
Sehen und gesehen werden
Im Oktober 2025 trafen sich 250 Teilnehmende aus über 30 Ländern in der sonnigen Stadt Valencia zum 29. Internationalen Kongress für Ganzheitliches Sehen. Das Motto – „Sehen und gesehen werden“ – spiegelte perfekt die Vielfalt und Offenheit dieser lebendigen Gemeinschaft wider.
Gastgeber war Palmea, Verein der Visual Coaches Mexiko, organisiert von Ainhoa de Federico, Orit Kruglanski und Marina Montiel, unterstützt von einem engagierten Team aus Helferinnen und Helfern. Die sechs Tage boten ein intensives Programm: vier Workshop-Tage und die anschließende zweitägige Konferenz mit inspirierenden Vorträgen, Filmen und Begegnungen.
Workshops voller Inspiration
Der erste Tag startete kraftvoll mit „Vision for Life“ von Meir Schneider (USA) und „Bates in Music“ mit Morena Bernadi (Italien). Am Nachmittag brachte Teresa Pellejero (Spanien) mit ihrem „Vision Yoga“ Bewegung, Achtsamkeit und Augenspaß ins Spiel.
In den folgenden Tagen präsentierten Referentinnen und Referenten aus Brasilien, Spanien, Argentinien, Mexiko und Deutschland ihre Methoden rund ums natürliche Sehen. Besonders gefreut haben wir uns über die Workshop-Beiträge unserer Mitglieder Sylvia Gelman, Claudia Mühlenweg und Uschi Ostermeier-Sitkowski vom Verein für GESUNDES SEHEN. Ein Highlight war für mich der Workshop „Gespräche mit den Augen“ von Anat Axelrode (Israel) – tiefgehend, berührend und augenöffnend im wahrsten Sinne des Wortes.
Bei der festlichen Gala am Abend wurden langjährige Sehpädagoginnen und Sehpädagogen mit einer Auszeichnung geehrt. Die Überraschung: Wolfgang Hätscher-Rosenbauer war als Ehrengast extra angereist – ein Moment großer Freude für uns alle!
Konferenz – Globale Trends im natürlichen Sehen
Am Samstag begann der Konferenzteil mit dem Thema „Sehen und gesehen werden: Globale Trends im natürlichen Sehen“, eröffnet von Ainhoa de Federico. Maurizio Cagnoli sprach über die Rolle der Sehlehrer*innen in einer sich wandelnden Welt, bevor eine lebhafte Podiumsdiskussion folgte:
„Neuland betreten – natürliches Sehen weltweit erweitern“. Vertreterinnen aus Litauen, Tschechien, der Türkei und Ungarn teilten ihre Erfahrungen und Visionen – ein inspirierender Austausch über Grenzen hinweg.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Film „Vision 2020: Vom Sehvermögen zur Einsicht“ von Nathan Oxenfeld (USA) und Barry Auchettl (Australien). Auch Marina Montiel’s Vortrag über „Licht – der Hauptnährstoff für das Sehen“ begeisterte das Publikum. In Erinnerung an Esther Joy van der Werf, die im Januar 2025 leider verstorben ist, wurde ein gemeinsamer Film mit Claudia Mühlenweg gezeigt – ein bewegender Moment des Gedenkens.
An diesem Abend erfolgte die feierliche Verleihung des Universitätsdiploms in Natural Vision Coaching an die Absolventinnen und Absolventen – ein weiterer Höhepunkt.
Der Sonntag und damit der letzte Tag startet mit Meir Schneider und seinem Vortrag „Seh-Challenges meistern – Von der Blindheit zum Fahren ohne Brille“ – eine Geschichte von Mut und persönlicher Transformation.
Sandra Pazos (Argentinien) berührte mit ihrem Beitrag „Natürliches Sehen in der frühen Kindheit – Schielen bei Kindern“. Ihre dokumentierten Heilungsbeispiele mit Fotos und Filmen zeigten eindrucksvoll, was mit liebevoller, ganzheitlicher Arbeit möglich ist. Es hat uns alle sehr berührt.
Anat Axelrode vertiefte ihr Thema mit „Alle reden – Gespräche mit den Augen“, während Orit Kruglanski in „Sich selbst sehen“ über die Verbindung zwischen Sehverbesserung und persönlichem Wachstum sprach.
Unter dem Tagungspunkt „Internationale Geschäftstreffen“ wurde über den Austragungsort des nächsten Kongresses in 2027 diskutiert. Es sind Canada und Mexiko im Gespräch. Die Entscheidung steht noch aus. Für 2029 hat sich bereits Schottland beworben.
Ich durfte im „Geschäftstreffen der angeschlossenen Mitglieder“ unseren Verein für GESUNDES SEHEN vorstellen – ein schöner Moment, besonders im Hinblick auf unser 25-jähriges Jubiläum 2027. Auch unsere Vereinszeitung „AugenBlick“ war mit mir auf der Bühne und fand großen Anklang.
Der Kongress endete mit dem bewegenden Ritual „Herz an Herz, Auge an Auge – über Grenzen und Zeit hinweg“, gestaltet von Ainhoa de Federico. Es war ein Moment tiefer Verbundenheit – ein wunderbarer Abschluss einer inspirierenden Woche.
Der Artikel gibt die Meinung der Verfasserin oder des Verfassers wieder. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Sehtrainer und Sehtherapeuten finden
Sie finden auf der Website des Vereins Gesundes Sehen www.verein-gesundes-sehen.de auch geeignete Sehtherapeuten und Sehtrainer in Ihrer Region.
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