Das Normaldruckglaukom und der Blutdruck

Körper und Emotion - Krankheiten, Störungen, Mentales

Lange wurde übersehen, dass auch der Blutdruck, und besonders der zu niedrige oder nachts zu stark abfallende und schwankende Blutdruck ein Problem darstellt. Hier ist Prof. Dr. Flammer zu nennen. Er war wohl einer der ersten, der die Wichtigkeit eines stabilen Blutdrucks in der Glaukomtherapie erkannte.

Prof. Dr. Pillunat stellte das Ergebnis eines Symposiums mit verschiedenen Experten in dem Buch „Durchblutung am Auge bei Glaukom“ zusammen („current concepts on ocular blood flow in glaucoma“, The Hague , 1999). Dabei wurden beispielsweise medizinische Verfahren zur besseren Erforschung der Durchblutung am Auge vorgestellt. Auch der Zusammenhang zwischen dem Normaldruckglaukom und Gefäßproblemen wurde betrachtet. Hier zeigt sich ebenfalls, dass es eine Vielzahl von Einflüssen gibt, die zu einer Minderdurchblutung am Auge führen.

Der nächtliche stabile Blutdruck ist für das Normaldruckglaukom entscheidend und damit eine Stellschraube. Um den Blutdruck über Nacht stabil halten zu können wird empfohlen, abends genügend Flüssigkeit und eventuell eine salzige Suppe zu sich zu nehmen. Die Einnahme von Magnesium (in Absprache mit dem Hausarzt) kann die Durchblutung verbessern. Eine 24-Stunden Blutdruckmessung zur Kontrolle wäre sinnvoll.

Tatsächlich können Glaukom Patienten, die für sich sorgen und informiert sind, den Verlauf des Glaukoms beeinflussen. Denn auch der Lebensstil ist entscheidend (Gestaltung von Alltag, Ernährung, sportlicher Aktivität, Stress usw.).

Der Artikel ist ein Auszug aus der Ausgabe AugenBlick Nr. 23 und wurde redaktionell bearbeitet.

Autor/in: Jutta Schütte, ganzheitliche Sehtrainerin

Der Artikel gibt die Meinung der Verfasserin oder des Verfassers wieder. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Normaldruckglaukom
Normaldruckglaukom
Foto: A. Dziubinska
Schlagwörter: Glaukom
AugenBlick Nr. 23 - 01/2018

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